Die Geschichte eines Landgasthofes

Mitten im fruchtbaren Marchfeld – unweit der ehemaligen kaiserlichen Residenzstadt Wien, liegt idyllisch wie ein romantisches Landschlösschen der Marchfelderhof, in dessen altem Gemäuer man den Pulsschlag des geschichts-trächtigen Landes förmlich spüren kann.

Ab anno 1258 erscheint Deutsch-Wagram unter dem Namen „Wachrein“ erstmals in alten Urkunden. Dieses kleine bäuerliche Dorf sollte noch öfters in seiner Geschichte Schlagzeilen machen. – Bedingt durch die geographische Lage, hatten die Marchfelder Bauern Hunnen, Awaren, Kuruzzen, Magyaren, Schweden und Franzosen abzuwehren.

Nicht weit von hier – in Jedenspeigen anno 1278 kam durch die bedeutungsvolle Schlacht im Marchfeld eine Dynastie an die Spitze des Kaiserreiches, an der diese fast ununterbrochen bis 1918 stehen sollte: Die Habsburger

1809 war die Schlacht bei Wagram zwischen Armeen Erzherzog Karls und Napoleons; 1837 die Fahrt der ersten Dampfeisenbahn von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram.

Schon während dieser fernen schicksalhaften Tage war der Marchfelderhof ein beliebtes und volkstümliches Einkehrwirtshaus mit eigener Landwirtschaft, Fleischhauerei, Greißlerei, einem Tanzsaal und Unterkünften für Bauern, Händler und Militärs.

Bereits anno 1809 war Napoleon I. der Kaiser der Franzosen da – auch Kaiser Franz Josef I. weilte hier anlässlich eines Besuches im Jahre 1901.

Neben Franz Josef und seinem Sohn Kronprinz Rudolf, der gerne und oft im Marchfeld auf die Pirsch ging, waren dies nicht die einzigen kaiserlichen Gäste hierzulande. Bereits Kaiserin Maria Theresia pflegte sich stets via Deutsch-Wagram in ihr mährisches Lieblingsschloß Holitsch zu verfügen, nicht ohnesich vorher an den köstlichen Pfirsichen des nahen Schlösschen „Süssenbrunn“ zu laben.

Zu den noch bestehenden Alt-Wagramer Familien, deren Existenz bis in diese alten Tage zurückgeht, gehören die Boceks. Die Vorfahren mütter-licherseits, „g’standene“ Handelsleute aus Regensburg, siedelten sich schon im 17. Jahrhundert in Wagram an und erbauten einen ansehnlichen Hof.

Die väterlichen Ahnen kommen aus dem Böhmischen und zwar aus Pilsen, der Biermetropole – alles in allem also eine richtige Monarchiemischung! Jahrzehnte kamen und gingen – der behagliche Landgasthof aber blieb sich und seiner Art treu: Echte, ehrliche und herzliche, österreichische Gastlichkeit – heute wie seinerzeit.

Aus dem urtümlichen Marchfelderhof war inzwischen längst ein kulinarischer Geheimtipp geworden, der die Stars, Könige, Politiker, Primadonnen, Adel und Geldadel aus aller Herren Länder anlockte. Der griechische König Konstantin, der ägyptische König Faruk, der Schah von Persien, Könige, Scheichs aus afrikanischen und arabischen Ländern, Filmstars wie Liz Taylor, Clark Gable, die Großen aus den Filmmetropolen Hollywood und Rom, Prinzen, Fürsten, Ballerinen….!! – Größen, die für uns im Marchfelderhof genau den selben hohen Stellenwert besitzen, wie ALLE anderen Gäste, Feinschmecker und Freunde! – Jeder Gast ist für uns nicht König sondern…. Kaiser!

Mehr als 40 Gästebücher quellen über vor großen Namen und legen Zeugnis ab, dass eine gute, herzhafte und ehrliche Küche – ein vielleicht einzigartiges Ambiente und die persönliche Betreuung der Besitzerfamilie nie aus der Mode kommen. Und heute spürt man dies mehr denn je im guten alten Marchfelderhof: Eine fröhliche, herzliche und ungezwungene Gastfreundschaft wird immer ihren Stellenwert behalten. In diesem Sinne heißen wir Sie herzlich willkommen!