| Also, von einem Freudenfest
war bei der gestrigen quasi-"Ruhestandsfete"
für Wien's Theaterfaktotum und Bühnenlegende,
den soeben Pensionierten Kleine-Komödie-Chef
Helmut SIDERITS gar keine Rede: Die Facts: Siderits hört auf ! - Sein Pensionsalter hat er - mehr oder weniger - erreich, O.K. - Aber die restriktive Subventionspolitik für ALLES außer HOCHKULTUR machte dem alten Theaterhasen das Leben mehr als schwer. Was bedeutet, dass Wien's letztes Boulevardtheater mangels Marie bald dicht machen wird. Wien's Schauspielerschaft ist somit um einen Arbeitgeber ärmer. Mehr als 20 fixe Arbeitsplätze sind futsch ! - Und auch das Wiener Publikum trauert: Wo wird jetzt noch leichte, appetitlich angerichtete und fröhlich präsentierte Theater-"Kost" serviert ? Außerdem: Welches Theater schafft schon 59 % Eigenerlös !?! Und so versammelte sich der engste Freundeskreis und ein ganzes Schüppel an Schauspielern im Marchfelderhof, um "EL SID" den schon längst fälligen "BOULEVARD-AWARD" feierlich, von Herzen kommen - und nicht ohne viele Tränen in den Augen - zu überreichen: Cissy KRANER, Erich PADALEWSKY, Edith LEYRER, Wolfgang MÜLLER-KARBACH, Birgit SARATA, Herbert FUX, Waltraut HAAS und ERWIN STRAHL, Walter SCHEUER, Willy-Forst-Erbin Babsi LANGBEIN, Manfred SCHMID, Irene BUDISCHOWSKY, Albert RUEPRECHT u.v.a.m.! "40 Jahre tagtäglich 15 Stunden Arbeit im Theater waren scheinbar zu wenig", zieht Siderits Bilanz: "158 Premieren, 57 Österreichische Erstaufführungen, 9 Uraufführungen und 7.588 Vorstellungen vor nicht weniger als 1.217.745 (!) Besuchern, mehrer filme, Arbeiten am Burg- und Akademietheater, u.u.u. sorgten aber immerhin für Abwechslung !" Und auf dass nicht der ganze Abend in Tränen versinke, gab's als Höhepunkt noch einen ebenfalls hochgradig seltenen Anlass: Cissy KRANER, unerreichte Disseuse, Chansonette und Kabarett-"Ereignis", feierte ihr 70-jähriges (!) Bühnenjubiläum. - Bei der Laudatio wurde dann auch gleich der 100er von Hugo WIENER mitgefeiert. - Alles in allem: Eine eher melodramatische Rückschau auf ein glanzvolles, leider unwiederbringliches Stück Wiener Theatergeschichte. |









